Sie befinden sich hier:

  1. Startseite
  2. Blog

Warum wir diese Begegnungen nicht verlieren dürfen

Das Sommerfest unseres internationalen Freiwilligenjahrgangs war Anlass für Dankbarkeit, Erinnerungen und Abschied. Gleichzeitig machte es deutlich, wie wertvoll internationale Freiwilligendienste für die jungen Menschen, Gastfamilien und die Gesellschaft sind und warum die geplanten Kürzungen im weltwärts-Programm Anlass zur Sorge geben.

Mit einem gemeinsamen Sommerfest haben wir unsere Freiwilligen aus Mexiko und Peru verabschiedet. Die internationalen Freiwilligen leisteten seit September 2025 einen Freiwilligendienst in sozialen Einrichtungen. Zusammen mit Gastfamilien, Mentor*innen, Kolleg*innen und vielen weiteren Wegbegleiter*innen blickten die Freiwilligen auf ein Jahr voller neuer Erfahrungen, Herausforderungen und Begegnungen zurück.

Erinnerungen an ein besonderes Jahr

Das Sommerfest bot zahlreiche Gelegenheiten, die vergangenen Monate noch einmal Revue passieren zu lassen. Im Eingangsbereich hatten die Freiwilligen eine Fotowand gestaltet, an der Gäste persönliche Wünsche, Erinnerungen und Botschaften hinterlassen konnten. Zwei kurze Videos zeigten Eindrücke aus dem Alltag in Freiburg und Umgebung von Seminaren sowie gemeinsamen Reisen.

Ein besonderer Höhepunkt war die Vorführung traditioneller Tänze der peruanischen Freiwilligen, die die enorme kulturelle Vielfalt ihres Heimatlandes präsentierte. Für Begeisterung sorgte außerdem die Verlosung einer handgefertigten Decke, die von der Mutter einer Freiwilligen angefertigt worden war. Beim gemeinsamen bunten Buffet wurde erzählt, gelacht und auf die vielen Erlebnisse des Jahres zurückgeblickt. Den Abschluss bildeten eine Piñata und viele gemeinsame Tänze.

Aus Fremden werden Vertraute

Besonders bewegend waren die Momente des Dankes. Die Freiwilligen überreichten Geschenke an ihre Gastfamilien und bedankten sich für die Unterstützung, die sie in den vergangenen Monaten erfahren durften. Dabei wurde deutlich, wie eng viele dieser Beziehungen inzwischen geworden sind.

Auch die Redebeiträge blickten auf die Entwicklung der vergangenen Monate zurück. Vor einem Jahr seien viele Fragen, Unsicherheiten und Erwartungen mit der Ankunft in Deutschland verbunden gewesen. Heute stünden Erfahrungen, gewachsene Freundschaften und zahlreiche gemeinsame Erinnerungen im Mittelpunkt. Aus unbekannten Orten seien vertraute Orte geworden und aus Begegnungen oft Verbindungen, die weit über das Freiwilligenjahr hinausreichen. Gleichzeitig wurde die wichtige Rolle der Gastfamilien, Mentor*innen, Kolleg*innen und Anleiter*innen gewürdigt, die die Freiwilligen auf ihrem Weg begleitet haben.

Was auf dem Spiel steht

Das Sommerfest hat einmal mehr gezeigt, welchen Wert internationale Freiwilligendienste haben. Sie schaffen Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Lebensrealitäten. Sie fördern Offenheit, gegenseitiges Verständnis und die Fähigkeit, die eigene Perspektive zu hinterfragen. Davon profitieren nicht nur die Freiwilligen selbst, sondern auch Gastfamilien, Einsatzstellen und die Gesellschaft insgesamt.

Umso besorgniserregender sind die finanziellen Kürzungen, von denen das weltwärts-Programm betroffen ist, das zu einem großen Teil auch aus den Mitteln des BMZ finanziert wird. Bereits diesen September werden nur noch 23 statt bislang 30 Freiwillige nach Südbaden kommen können. Fast jede vierte bisher mögliche Teilnahme fällt damit weg. Für den darauffolgenden Jahrgang zeichnen sich sogar bereits jetzt noch weitere Einschränkungen im Bundeshaushalt ab.

Hinter diesen Zahlen stehen jedoch nicht nur weniger Programmplätze. Es sind weniger Chancen für junge Menschen, internationale Erfahrungen zu sammeln und Verantwortung zu übernehmen. Weniger interkulturelle Begegnungen in unseren Gemeinden, sozialen Einrichtungen und Gastfamilien. Weniger Möglichkeiten, Vorurteile abzubauen, voneinander zu lernen und Beziehungen über Ländergrenzen hinweg entstehen zu lassen.

Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Spannungen, politische Polarisierung und internationale Konflikte zunehmen, braucht es mehr Austausch, nicht weniger. Programme wie weltwärts schaffen Räume für Verständnis, Dialog und gelebte Solidarität. Sie bringen Menschen zusammen, die sich sonst vermutlich nie begegnet wären, und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einer offenen und demokratischen Gesellschaft.

Damit Begegnungen möglich bleiben

Als DRK-Freiwilligendienste setzen wir uns gemeinsam mit vielen anderen Trägerorganisationen dafür ein, dass internationale Freiwilligendienste auch künftig ausreichend finanziert werden. Wir machen auf die Folgen der Kürzungen aufmerksam und werben dafür, den Wert dieser Programme nicht nur anzuerkennen, sondern auch politisch abzusichern.

Denn was an diesem Sommerfest sichtbar wurde, lässt sich nicht in Haushaltszahlen oder Fördersummen messen: Freundschaften, die Kontinente verbinden. Gastfamilien, die Fremden ein Zuhause geben und dabei selbst bereichert werden. Einsatzstellen, die für die Unterstützung durch die Peruaner*innen und Mexikaner*innen dankbar sind und deren Engagement aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken ist. Junge Menschen, die mit neuen Perspektiven, mehr Selbstvertrauen und einem tieferen Verständnis für globale Zusammenhänge und andere Lebensrealitäten in ihre Heimat zurückkehren.

Diese Begegnungen und Lernerfahrungen sind keine Selbstverständlichkeit. Sie sind eine Investition in Verständigung, Zusammenhalt und internationale Solidarität. Deshalb sollten wir alles dafür tun, dass sie auch in Zukunft möglich bleiben.

Jetzt Gastfamilie werden:

Wer mehr über die Aufnahme internationaler Freiwilliger erfahren
möchte, findet weitere Informationen auf unserer Seite für 
► Gastfamilien.