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17 Jahre weltwärts:

Ein Kapitel endet – die Erfahrungen bleiben

Nach 17 Jahren endet die Nord-Süd-Variante unseres weltwärts-Programms. Seit 2008 hat dieser Freiwilligendienst das Leben von 338 jungen Menschen, Gastfamilien und Einsatzstellen nachhaltig geprägt. Zurück bleiben Erfahrungen, Freundschaften und ein starkes Gefühl von Rotkreuzgemeinschaft über Kontinente hinweg. Wir blicken dankbar auf eine bewegende Zeit zurück.

Ein Programm, das Spuren hinterlässt

Für das Badische Rote Kreuz bedeutet das Ende des weltwärts-Freiwilligendienstes in der Nord-Süd-Variante den Abschied von einem besonderen Kapitel. 338 Freiwillige haben in den vergangenen Jahren den Mut bewiesen, sich auf ein neues Land, eine andere Kultur und ein gemeinwohlorientiertes Engagement einzulassen. Die Reise führte zunächst nach Indonesien, später nach Chile, Peru und Mexiko.

Dieses Programm war mehr als ein Blick in einen neuen Alltag. Für viele Freiwillige wurde es zu einer prägenden Lebenserfahrung – und für Gastfamilien und Einsatzstellen zu einem Geschenk an Austausch, Offenheit und gelebte Solidarität.

Verbundenheit über Kontinente hinweg

Die Geschichten aus 17 Jahren zeigen, wie stark Freiwilligendienste verbinden. Viele ehemalige Freiwillige kehrten Jahre später zu ihren Gastfamilien zurück – jedes Wiedersehen ein kleines Fest.

Besonders in Puebla, Mexiko, war der Rotkreuzgeist spürbar: eine Gemeinschaft, die beweist, dass Werte wie Menschlichkeit, Neutralität und Freiwilligkeit nicht nur Worte sind, sondern täglich gelebt werden.

Lernen, wachsen, Verantwortung übernehmen

Das entwicklungspolitisch ausgerichtete Programm „weltwärts", gefördert mit Bundesmitteln, eröffnete jungen Menschen neue Perspektiven. Es ermöglichte ihnen, Verantwortung zu übernehmen und Weltoffenheit sowie Toleranz im Sinne der Rotkreuzidee zu leben.

Begleitet wurde der Einsatz durch Seminare in Deutschland und vor Ort. Ein Highlight: das Zwischenseminar in Chile – eine Woche Wanderreiten ohne Strom und Handyempfang. Für viele ein Höhepunkt, der sie noch lange begleitet.

Sicherheit an erster Stelle – auch in Krisenzeiten

Alle 338 Freiwilligen kehrten wohlbehalten nach Deutschland zurück. Manchmal waren besondere Maßnahmen nötig, etwa während der Corona-Pandemie, als strenge Ausgangssperren den Dienst unmöglich machten. Wochenlang saßen die Freiwilligen in den Wohnungen ihrer Gastfamilien fest, bis Rückholflüge der Bundesregierung sie aus Peru nach Hause brachten. Auch das zeigt: Die Sicherheit der jungen Menschen hatte für uns stets oberste Priorität.

Warum das Programm endet

So wertvoll die vergangenen Jahre waren – die Rahmenbedingungen wurden zunehmend schwieriger. Komplexere Finanzierung, steigende administrative Anforderungen und die Herausforderung, nach der Pandemie genügend Freiwillige zu gewinnen, führten nach langen Überlegungen zur Entscheidung, die Nord-Süd-Variante unseres weltwärts-Programms einzustellen.

Doch eines bleibt: Alle Einsatzstellen konnten erfolgreich an andere DRK-Verbände in Nordrhein und Mecklenburg-Vorpommern übergeben werden. Die wertvollen Partnerschaften bestehen weiter – und auch künftig gibt es Träger, die weltwärts-Freiwilligendienste anbieten.

Ein gemeinsamer Abschied – und ein großes Dankeschön

Bei der Abschlussfeier wurden Fotos aus vielen Jahrgängen gezeigt und Erinnerungen geteilt – ein Abend voller Wertschätzung und Dankbarkeit. Besonders Anke Tobien, die das Projekt über Jahre geprägt und getragen hat, wurde herzlich gedankt. 17 Jahre weltwärts – das sind 17 Jahre voller Begegnungen, Mut und gemeinsamer Verantwortung. Wir danken allen, die dieses Kapitel möglich gemacht haben: den Freiwilligen, Gastfamilien, Einsatzstellen und Partnern.

Auch wenn unser Programm endet, bleibt die Idee lebendig. Wer weiterhin einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst leisten möchte, findet bei anderen Trägern innerhalb und außerhalb des DRK vielfältige Möglichkeiten. Engagement kennt keine Grenzen – und wir freuen uns, wenn die Reise weitergeht.

Weitere Impressionen aus 17 Jahren weltwärts Nord-Süd: